Psychologinnen im Kampf gegen Flugangst Im Juli Seminar direkt am Dortmunder Flughafen
Von Isabelle De Bortoli Magenkrämpfe, Schweißausbrüche, Zittern oder regelrechte Panikatacken- für manch einen ist es eine riesige Überwindung, ins Flugzeug zu steigen. Der Weg in den Urlaub ist dann oft nur noch purer Stress. Das Seminar "Entspanntes Fliegen" hilft Betroffenen auf ihrem Weg aus der Flugangst. Direkt am Dortmunder Flughafen wollen die Diplom-Psychologinnen Petra Sirtl und Linda Föhrer gegen die Angst über den Wolken kämpfen. Bisher gab Linda Föhrer die Seminare in der Bochumer Volkshochschule. Der Dortmunder Flughafen bietet den Seminarteilnehmern aber auch eine Führung zum Thema Sicherheit im Flughafen. Zudem ist auch ein kürzerer Flug über Dortmund möglich. Beide Psychologinnen kennen das Thema zur Genüge: Petra Sirtl ist Privatpilotin, Linda Föhrer arbeitet zusätzlich auch als Flugbegleiterin. Die beiden Psychologinnen kennen verschiedene Arten der Flugangst:" Da gibt es zunächst einmal das sogenannte Beifahrer-Syndrom", erklärt Linda Föhrer. "Die Menschen haben Angst, weil sie nicht selber die Verantwortung am Steuer haben und im Notfall nicht eingreifen können". Durch einen Besuch im Cockpit kann den Betroffenen oft schon geholfen werden. "Viele haben aber auch Klaustrophobie, haben Angst davor eine Panikattacke zu bekommen oder Angst abzustürzen", sagt Linda Föhrer. Alkoholkonsum löst keine Probleme Und: Auch Menschen, die oft fliegen haben Probleme. Petra Sirtl nimmt in dem Seminar die Angst vor der Technik des Flugzeuge: "Manche haben zum Beispiel Angst davor, dass die Tragflächen abbrechen könnten. Dabei sind diese aus so elastischem Material, dass man sie beinahe so weit biegen kann, dass sie sich über dem Flugzeug berühren". Viele Betroffene unterdrücken ihre Angst im Flugzeug mit Beruhigungsmittel oder Alkohol- damit bekämpft man nicht die Ursache. "Wir führen die sogenannte kognitive .Verhaltenstherapie durch und bringen den Teilnehmern Entspannungstechniken, zum Beispiel Atemübungen bei", sagt Petra Sirtl. "Durch Gespräche findet man heraus, welche Gedanken die Angst verursachen und bekämpft diese mit Informationen. Dabei erklärt man zum Beispiel was passiert, wenn ein Flugzeug kurzfristig absackt, oder woher angstverursachende Geräusche kommen". Das Seminar soll nun regelmäßig am Dortmunder Flughafen stattfinden, damit bald viele wieder "entspannt fliegen" können. Das erste Seminar findet am Samstag,10Juli, ab 10 Uhr statt. Es gibt acht Plätze, die Kosten betragen 195 Euro. Anmeldung bis 30.Juni bei Petra Sirtl Tel. 0172/2788801 oder Linda Föhrer Tel. 0163/6015193. Westdeutsche Allgemeine Zeitung» Fenster schliessen |